Mein Europa

Europa ist eine faszinierende Idee von Frieden, Stabilität und sozialer
Gerechtigkeit. Aber Europa wird schlecht regiert: 16 von 28
Regierungschefs sind liberal oder konservativ, im Europäischen Parlament
gibt es eine rechtsliberale Mehrheit. Für ein soziales Europa müssen wir
Europa nach links schieben. Nur so können wir in der EU soziale
Standards sichern und ausbauen.

Lebenslauf

Martin Schulz wurde am 20. Dezember 1955 in Hehlrath nahe der deutsch-holländisch-belgischen Grenze geboren. Nach seinem Schulabschluss entschloss er sich, seine Leidenschaft für Bücher zumBeruf zu machen und absolvierte eine Lehre als Buchhändler. Nach einigen Jahren im Verlagswesen gründete er 1982 seinen eigenen Buchladen in Würselen und leitete ihn 12 Jahre lang.

Mit 19 Jahren trat er der SPD bei und arbeitete zunächst bei den Jusos mit. Mit 31 Jahren wurde er schließlich zum Bürgermeister seiner
Heimatstadt Würselen gewählt. Er war damals der jüngste Bürgermeister in Nordrhein-Westfalen. Elf Jahre arbeitete er als Bürgermeister der Stadt.
„Diese Zeit hat meine Begeisterung für Europa geprägt und mich in meiner Überzeugung bestärkt, das „Projekt Europa“ mitzugestalten und weiter zu
bringen“, sagt Schulz über die Jahre als Lokalpolitiker.

Seit 1994 ist Martin Schulz Mitglied des EU-Parlaments und arbeitete in diversen Ausschüssen, etwa dem Menschenrechtsausschuss, dem Innen- und
dem Justizausschuss. Zur Jahrtausendwende wurde er zum Vorsitzenden der deutschen EU-Abgeordneten der SPD und zum stellvertretenden
Fraktionsvorsitzenden der europäischen Sozialdemokraten im EU-Parlament gewählt.

Austeilen und Einstecken

Er gilt als ein Mensch, der für seine Überzeugungen einsteht. Das führt
auch zu Kritik. Berühmt ist mittlerweile die Beschimpfung Schulz‘ durch
den damaligen italienischen Premierminister Silvio Berlusconi im Jahre
2003. Berlusconi sprach damals als Vorsitzender der
EU-Ratspräsidentschaft vor dem EU-Parlament, doch Schulz kritisierte ihn
für seine rechtlichen Verstrickungen in Italien.

Nach der Europawahl 2004 wurde Schulz zum Fraktionschef der europäischen
Sozialdemokraten gewählt. Seit 2009 ist er zusätzlich auch
Europabeauftragter der SPD. Seine Ansichten zu Europa haben die
Europapolitik seiner Partei geprägt.

Obwohl er seit Jahren als Europapolitiker arbeitet, habe er den Kontakt
zu seiner Heimatstadt nicht verloren, sagt er. „Ich habe viele Jahre
lang als Bürgermeister meiner Stadt gearbeitet und es gehörte zu meinen
täglichen Aufgaben, den Sorgen der Menschen zuzuhören und ihre Fragen zu
beantworten. Das ist auch heute noch ein wichtiger Teil meiner Aufgabe.“

Leidenschaft für Bücher … und Fußball

Mit seiner Frau, einer Garten- und Landschaftsarchitektin, hat er zwei Kinder. Befragt zu seinen Hobbys nennt er Lesen, Bücher und Fußball – er ist Fan des 1. FC Kölns. Zu seinen Lieblingsbüchern gehört „Der Leopard“ von Tomasi di Lampedusa und alle Werke des Historikers Eric Hobsbawm.

Martin Schulz wurde am 17. Januar mit 387 Stimmen von 670 gültigen Stimmen zum Präsidenten des Europäischen Parlaments gewählt. Sein Mandat
währt 2,5 Jahre. Am 1. Juli 2014 wurde er mit 409 Stimmen erneut zum Präsidenten gewählt, womit er als erster Präsident in der Geschichte des Europäischen Parlaments für eine zweite Amtszeit wiedergewählt wurde.

Am 14. Mai 2015 wurde ihm der Internationale Karlspreis zu Aachen verliehen, in  Würdigung „seiner bedeutenden Verdienste um eine Stärkung der Parlamentarisierung und der demokratischen Legitimation in der Europäischen Union und in Anerkennung seiner Rolle als wichtiger Vordenker der EU.
Lebenslauf

Buchhändlerlehre (1975-1977)
Tätigkeit in verschiedenen Buchhandlungen und Verlagen (1977-1982)
Inhaber einer Buchhandlung (1982-1994)
Mitglied des Präsidiums und des Bundesvorstands der SPD (seit 1999)
Europabeauftragter der SPD (seit 2009)
Stadtrat in Würselen (seit 1984)
Bürgermeister von Würselen (1987-1998)
Mitglied des Europäischen Parlaments (seit 1994)
Koordinator der sozialistischen Fraktion, Unterausschuss Menschenrechte
(1994-1996)
Koordinator der sozialistischen Fraktion, Ausschuss für bürgerliche
Freiheiten, Justiz und Inneres (1996-2000)
Vorsitzender der SPD-Gruppe im Europäischen Parlament (2000-2004)
Erster stellvertretender Vorsitzender der Sozialistischen Fraktion
(2002-2004)
Vorsitzender der Sozialistischen Fraktion (2004-2009)
Vorsitzender der S&D-Fraktion (seit 2009)
Präsident des Europäischen Parlaments (seit Januar 2012)