Vom Sozialbericht zur integrierten Sozialraumplanung

Vom Sozialbericht zur integrierten Sozialraumplanung

Einladung

zum Seminar am 17. Dezember 2016, 9.30 Uhr

im Haus der StädteRegion Aachen, Mediensaal, Zollernstraße 16, 52070 Aachen

Chancen fair gestalten! Das Solidarprojekt weiterentwickeln!

Die Gesellschaft zusammenhalten

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Einlader: Sozialdemokratische Gemeinschaft für Kommunalpolitik in Zusammenarbeit mit der SPD-Städteregionsfraktion.

Meldungen wie z. B. „Ausgaben für Sozialhilfe in der StädteRegion Aachen deutlich gestiegen“ oder „Die Schere zwischen Arm und Reich geht weiter auseinander“ oder „Kinderarmut in der StädteRegion“ oder „Altersarmut bereitet Sorgen“ sowie der Streit um Lösungskonzepte sind geeignet, Kommunalpolitik und Bürger gleichermaßen zu zermürben.

In den Städten und Gemeinden unserer Region wird die schwierige soziale Lage vieler Menschen gelebt. Hier nehmen die Menschen die Kluft zwischen Arm und Reich unmittelbar wahr. Die Sorge vor einer zunehmenden sozialen Schieflage breitet sich bis in die sogenannte Mittelschicht aus.

Aber auch die Fortschritte des Strukturwandels in Gewerbe, Industrie sowie in den wirtschaftsnahen und sozialen Dienstleistungssektoren sind in den Kommunen sichtbar.

Dennoch, viele Menschen sind aufgewühlt, unzufrieden und fühlen sich benachteiligt oder gar schon abgehangen. Sie tragen Sorgen um die Zukunft in ihrer gegenwärtigen Lebenswelt. In der kommunalpolitischen Arbeit erleben wir die unterschiedliche soziale Entwicklung in den Lebenswelten der Menschen konkret.

Die Kommunalpolitik ist für Bürger und Politik der Ernstfall der Demokratie. Vor Ort hat es nie gereicht, mit dem Finger auf andere (Land, Bund, EU, Finanzwirtschaft) zu zeigen, die Achseln zu zucken und in gegebener Lageorientierung einfach stecken zu bleiben. Die Menschen erwarten Antworten der Kommunalpolitik und wollen beteiligt werden.

Die zunehmende Digitalisierung der Arbeitswelt von der Produktion bis zu den wirtschaftsnahen und sozialen Dienstleistungen in Verbindung mit einer stetig steigenden Globalisierung der Finanzwirtschaft werden wir vor Ort nicht aufhalten. Dieser Strukturwandel hat in unserer Region bereits viel Altes vernichtet aber auch viel Neues geschaffen. In unserer Region sind mehr Jobs entstanden als verloren gegangen sind. Es sind aber andere Jobs entstanden und nicht jeder konnte und kann in der neuen Arbeitswelt alleine seinen Weg finden.

Den immer mehr global bestimmten    Wandel können und wollen wir vor Ort nicht aufhalten. Wir wollen aber, dass dieser Wandel in der Arbeits- und Lebenswelt der Menschen zukünftig nicht zu sozialen Abbrüchen und zu immer mehr Ausgrenzungen von gesellschaftlicher Teilhabe führen.

Die StädteRegion Aachen und ihre Kommunen haben sich in ihrem Zuständigkeitsbereichen bereits auf den Weg gemacht, Vorbereitungen für mögliche Handlungskonzepte zu treffen. Gearbeitet wird an integrierten Sozialraumplanungen mit Analysen zu Wohnumfeldern, zu Quartiers-/ Stadtteilstrukturen bis hin zur Verbesserung des Bildungs-, Ausbildungs-, Kultur- und Weiterbildungsangebotes (Bildungslandschaft). Aus diesen Analysen sollen integrierte Handlungs- und Finanzierungskonzepte neu entwickelt werden.

Einen armen Staat und arme Kommunen können sich nur Reiche leisten.

Braucht die „soziale Marktwirtschaft“ vor dem Hintergrund der bereits gegebenen Strukturveränderungen in Wirtschaft und Gesellschaft jetzt veränderte Wertschöpfungsketten, um die Chancen der Teilhabe am wirtschaftlichen und technologischen Fortschritt sowie am gesamtgesellschaftlichen Reichtum für die Mehrheit unserer Bürger besser zu ermöglichen? Müssen wir den „Solidaritätsbegriff“ jetzt politisch neu beleben?

Gemeinsam wollen wir in einem Workshop die gegenwärtige Situation in unserem Tätigkeitsbereich analysieren und geeignete Handlungskonzepte zum Gegensteuern gemeinsam entwickeln:            Sind die bestehenden versäulten Systemen der unterschiedlichen öffentlich-rechtlichen Aufgaben- und Leistungsträger (Kommunen, SGB VIII Land; SGB II und III, Bund) für die sozialen Herausforderungen der Zukunft richtig aufgestellt und finanziert? Können wir städteregional in neu zu bildenden Verantwortungsgemeinschaften der Rechtsträger auf lokaler Ebene wirkungsvoller, flexibler und dauerhafter für die Menschen, die Unterstützung brauchen, mehr erreichen?

Unser Ziel soll es sein, gemeinsam in der StädteRegion Aachen die soziale Verantwortung für die Menschen und mit den Menschen zukünftig besser zu gewährleisten. Wie gestalten wir die Kommunalpolitik, damit wir alle Menschen „mitnehmen“, auch die „Abgehängten“, die in Wahlenthaltung und Wahl von populistischen Protestparteien flüchten?

Hierzu laden wir alle Interessierten ein, sich aktiv einzubringen, um für die kommunalpolitische Arbeit gemeinsam Handlungsstrategien zu entwickeln und breite Lösungsansätze zu erarbeiten, die wir auf die Landes-, Bundes- und europäische Ebene weiterleiten.

Anmeldungen bitte an:     spd@staedteregion-aachen.de

Telefon 0241 / 5198 – 3645

Programm des sozialpolitischen Seminars am 17. 12. 2016:

09.30 Uhr: Begrüßung durch Martin Peters, Vorsitzender der SPD-Fraktion im Städteregionstag Aachen und SPD-Unterbezirksvorsitzender i. d. StädteRegion Aachen

09.45 Uhr:  Die Folgen neoliberaler Politik für Sozialstaat und Demokratie – Wir brauchen eine Wiederbelebung des Solidarbegriffs – Für einen solidarischen Umbau des Sozialstaates!  Impulsreferat: Prof. Dr. Christoph Butterwegge, Köln

10.30 Uhr: Aussprache zum Referat

11:00 Uhr: „Armes AC“ – „Solidarisches AC“ ?!  Von der Armuts- und Sozialberichterstattung zur strategischen integrierten Sozialplanung am Beispiel der Kupferstadt Stolberg

Robert Voigtsberger, Dezernent für Jugend, Schule und Soziales in der Kupferstadt Stolberg

Leo Jansen, Sozialplaner in der Kupferstadt Stolberg

12.00 Uhr: Aussprache zu den Referaten

12.30 Uhr: Gemeinsames Mittagessen

13.00 Uhr: Von integrierten kommunalen Sozialplanungen hin zu integrierten städteregionalen Handlungs- und Finanzierungskonzepten: Ein Modellkonzept.

Klaus Spille, Erster Beigeordneter a. D.

13.30 Uhr: Aussprache zum Referat

14.00 Uhr: Zwei Arbeitsgruppen:

Arbeitsgruppe zur Kampagne von SPD und AWO „Armut in der StädteRegion Aachen“: Ideensammlung für konkrete Aktionen zur Verbesserung der sozialen Bedingungen

Arbeitsgruppe zur Erarbeitung von konkreten Politikansätzen für die kommunalpolitische Arbeit in der StädteRegion Aachen

15.45 Uhr: Ausklang

Leitung: Horst Herberg

 

2017-10-10T16:04:35+00:00

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